Faszienyoga

Yoga ist auch Faszientraining

Das Faszientraining unterscheidet sich vom Muskeltraining und es gibt verschiedene Ansätze, die sich hervorragend in traditionelle Yogaübungen integrieren lassen.

Es geht einerseits um die Elastizität des Fasziennetzes, andererseits um die Belastbarkeit. Typisch für das Fasziennetz ist, dass durch mangelnde oder einseitige Bewegung Verklebungen auftreten. Durch das Faszientraining werden solche Verklebungen aufgelöst und die Elastizität und Belastbarkeit der Strukturen gefördert.

Faszien erneuern sich relativ langsam – in einem Zeitraum von 300-400 Tagen -  deshalb lohnt sich ein regelmäßiges Training über längere Zeiträume.
In alle meine Yogastunden integriere ich Faszientrainigskomponenten.

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Was bedeutet das?

Einerseits, dass kein separates Faszientraining erforderlich ist, wenn man regelmäßig übt, im Kurs und - wenn möglich - auch zu Hause.

Manche der Faszienübungen lassen sich auch ganz selbständig ausführen. Wichtig dabei sind die Achtsamkeit bei der Bewegung und das Nachspüren.

Anderseits werden Yogaübungen dadurch nicht neu erfunden. Es geht hier eher um eine Methodik, die einen wesentlichen Unterschied macht. Die konventionellen und bekannten Yoga-Asanas können durch einen etwas anderen Ansatz in gezieltes Faszientraining umgewandelt werden.
 
In die dynamischeren Kursen sind entsprechend auch etwas schwungvollere und in die langsameren Yogastile etwas behutsamere Faszienübungen integriert.
Das Federn, Hüpfen, Vibrieren, Tönen und Dehnen kann grundsätzlich immer mit mehr oder weniger Intensität ausgeführt werden.
Es empfiehlt sich generell, mit weniger Intensität anzufangen und sie dann progressiv zu steigern.
Und hier erkennen wir die Gemeinsamkeiten von Yoga- und Faszienübungen: die ganz individuelle Dosierung der Intensität und das achtsame Nachspüren.
Nicht nur jeder Körper, sondern auch jede Körperseite fühlt sich von Tag zu Tag anders an und wird deshalb auch je nach Tagesform bearbeitet.

Begriffe aus dem Faszientraining

Die englischen Begriffe haben sich auch in der deutschsprachigen Literatur zum Faszientraining durchgesetzt. Zur leichteren Orientierung lehne ich mich im Folgenden an diese Forschungstradition an.

Melting Stretch: Langes Halten der Dehnungen mit Variationen durch minimale Veränderungen, Hineinschmelzen in die Bereiche, die es am nötigsten haben.

Dynamic Stretch: Mit Federn und Wippen erreicht man insbesondere die Muskelendungen und Sehnen. Man arbeitet mit der Vorspannung der Faszien, die wesentlich zur kinetischen Energie der Körperbewegungen beitragen. So erhält man höhere Belastbarkeit im Alltag und im Sport, schützt sich vor Verletzungen und verbraucht weniger Muskelenergie bei gleicher Dynamik.

Active Loaded Stretch: Hier wird derselbe Muskel, der gedehnt wird auch ein wenig angespannt. Verschiedene Techniken ermöglichen, durch körpereigene Signale tiefer in Dehnbereiche hineinzufinden.
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