Yogatherapie

Yoga als ergänzende Therapie

Yoga-Therapie unterstützt bei allen Krankheits-Erscheinungen den Genesungsprozess. Von Migräne über chronische Rückenschmerzen, FMS, Diabetes, Bluthochdruck bis hin zu Multipler Sklerose und Krebs.

Durch regelmäßige Praxis kann u.a. eine Verringerung der Medikamentenzufuhr und dadurch auch eine Reduzierung der Nebenwirkungen erzielt werden. Über die korrekte Dosierung entscheidet natürlich der behandelnde Arzt.

Yoga-Therapie sorgt effektiv für eine Reduzierung der Stressbelastung und für die Stärkung der selbstheilenden Systeme.

Yogatherapie ist individuell

Die Berücksichtigung der Individualität eines Menschen ist ein Hauptgrundsatz der Yoga-Therapie.

Dies widerspricht jedoch der gängigen Vorstellung, dass es eine Asana für diese oder jene Beschwerde gebe.
Das Verständnis von Unausgewogenheit in der Yoga-Therapie bringt mit sich, dass es absurd wäre zu behaupten: Dies ist eine Migräneübung, diese gegen Rückenschmerzen, hier eine Asana gegen Verstopfung.

Die Wirkung einer Yogaübung ist im Wesentlichen abhängig vom ausführenden Individuum und kann nur unter Berücksichtigung der gesamten Individualität verstanden werden.

So wie jeder Mensch sind auch eine Krankheit oder ein Gefühl der Unausgewogenheit höchst individuell. Oft ist beides auch das Resultat einer längeren "Gewöhnung/Belastung", die das selbstregulierende Prinzip im Menschen überfordert hat.

Die Übungstechniken, die vorgeschlagen werden, haben Wirkungen auf verschiedenen Ebenen, u.a.
- auf der anatomischen Ebene z.B.: Veränderung der Grundspannung der Muskulatur, Durchblutung der Organe, etc.;
- durch eine erhöhte Körperwahrnehmung bewusster im Alltag leben und Rückmeldungen zur Yogapraxis geben;
- auf das Selbstbild, das eigene Erleben der Körperlichkeit, der Krankheit, der evtl. Beschränkungen;
- auf die Selbstwirksamkeitserwartung.
Image

Yoga-Therapie ist prozessorientiert

Das bedeutet, dass viele Fragen zuerst offen bleiben müssen. Die Fragen klären sich nur durch die Erfahrung des Übens. Der Therapeut kann mit gezieltem Nachfragen und genauer Beobachtung die Auswahl und die Anpassung der Übungen vornehmen.

Jeder Mensch reagiert auf seine einzigartige Weise auf Yogaübungen. Kein Wunder, wir sind schließlich Individuen. Unsere Voraussetzungen sind also so grundverschieden, dass es für einen Therapeuten nicht möglich ist, pauschale Lösungen vorzuschlagen.
Ganz im Gegenteil, die moderne Yoga-Therapie hat sich von diesem mechanistischen Menschenverständnis entfernt.
Die Erfahrung zeigt, dass es durchaus vorkommt, dass eine Übung, die den einen von seinen Rückenschmerzen befreit, für den anderen eine Überforderung darstellt.
Image

Impuls für die Selbstregulierung

Die Yogapraxis setzt immer nur einen Impuls, der verschiedene Lebensprozesse beeinflusst, darunter auch die im Laufe der Evolution im Menschen entwickelten Selbstregulierungen. Diese körperlichen und psychisch-geistigen Selbstregulierungsstrukturen sind individuell ausgeprägt und werden durch unsere Lebensgewohnheiten bestärkt oder belastet.

Durch das Bewegungssystem des Menschen werden die autonomen Steuerungssysteme beeinflusst. Zu letzteren gehören u.a.
- das vegetative Nervensystem
- das Hormonsystem
- das Immunsystem
- das propiozeptive System,
(Wahrnehmungen aus dem eigenen Körper vermittelnd z.B. aus Muskeln, Sehnen, Gelenken).

So entsteht ein Impuls auf das mentale System des Menschen. Wie wir uns selber erleben, was wir fühlen und denken, ist auch von diesen Steuerungssystemen und letztlich von der körperlichen Bewegung beeinflusst.

Der Mensch hat also zu seiner Unterstützung auf mehreren Ebenen ineinandergreifende Regulationssysteme, die wiederum auf einzigartige Weise miteinander verbunden sind.

Um die ineinandergreifenden körperlichen und geistigen Genesungsprozesse anhand ihrer Reaktionen auf eine Yogapraxis kennenzulernen, bedarf es mehrerer Faktoren:
- einer regelmäßigen Yogapraxis
- der Selbstbeobachtung
- einer offenen, vertrauensvollen Kommunikation.

Die Vorgehensweise

Der erste Schritt einer jeden Yoga-Therapie  ist ein ausführliches Gespräch, um ein Bild der Beschwerden zum aktuellen Zeitpunkt und in der Vergangenheit zu bekommen. Hier werden auch medizinische Diagnosen miteinbezogen und eventuell vertiefte Untersuchungen vorgeschlagen.

Ein wichtiges Thema ist auch die persönliche Alltagssituation, denn Belastungen in der Familie und am Arbeitsplatz sind Teil der gesamten Gesundheitssituation. Deshalb ist es wichtig, zu erkennen, wie Entlastungen auch in diesen persönlichen und beruflichen Bereichen möglich sein könnten.
Der individuelle Tagesablauf entscheidet über den Zeitrahmen der täglichen Yogapraxis.

Passend zu diesen Bedingungen werden Asanas, Atemübungen und ggf. meditative Übungen vorgeschlagen. Diese Übungen werden in einer ersten Stunde zusammen ausgeführt, um sie genauer an die Befindlichkeiten anzupassen. So entsteht eine Yogapraxis, die über einen bestimmten Zeitraum selbstständig ausgeführt wird.

Die Weiterführung

Nach ein paar Wochen wird ein Folgetermin vereinbart, um die Yogapraxis auszuwerten und weiter anzupassen. In der Regel arbeitet man über mehrere Monate hinweg. Regelmäßige Abstimmungstermine machen es möglich, die ausgeführten Übungen zu adaptieren, neue hinzuzufügen und die als störend oder belastend erlebten Übungen wegzunehmen.

Es ist wichtig zu wissen, dass gewisse Übungen anfangs zunächst ein erhöhtes Beschwerdeerlebnis mit sich bringen können. Nur durch offene Kommunikation und Anpassung kann Yoga-Therapie als individuelle Selbstregulierung ausgeübt werden.

Umgewöhnung braucht ihre Zeit, doch der Anspruch auf eine Verbesserung ist selbstverständlich. Auf welche Weise diese sich entfaltet, ist in hohem Maße abhängig von der vertrauensvollen Zusammenarbeit zwischen Therapeut und Klient und der regelmäßigen Praxis.